Fast Fast Forward

Let’s talk... Prämienraten

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Wie bei jeder Erörterung der Marktlage nach einer Reihe von Katastrophen gilt unser Mitgefühl den betroffenen Menschen. Sie haben großes Leid erfahren und nicht selten Angehörige verloren. Unsere Schaden- und Risk-Engineering-Teams arbeiten unermüdlich daran, den Menschen und Unternehmen dabei zu helfen, sich von den tragischen Folgen dieser Katastrophen zu erholen. In den nächsten Wochen werden wir diese Bemühungen eingehender darstellen.

Dieser Artikel soll einen Überblick über die Marktdynamiken geben, die nach den Katastrophenschäden in 2017 die (Rück-)Versicherungsbranche in Atem halten. Die Themen sind in erster Linie in den Grundlagen des weltweiten (Rück-)Versicherungsmarktes und der Rolle der Kapitalmärkte in unserer Branche verankert.

Allmählich geraten die Folgen der jüngsten Katastrophen für (Rück-)Versicherer ins Blickfeld. Hier ist unsere Sicht der Dinge.


Unser Rohstoff

Die Dynamik ist allgemein bekannt: Verändert sich die Verfügbarkeit eines essenziellen Rohstoffs, können die Marktbedingungen insgesamt ins Wanken geraten. Meist sind davon alle Kunden betroffen.

Die Einwohner Neuseelands etwa sehen sich derzeit mit einer Kartoffelknappheit konfrontiert, nachdem heftige Regenfälle rund 30 Prozent der Ernte des Landes vernichtet haben. Lebensmittelhändler warnen die Verbraucher bereits vor bevorstehenden Engpässen bei Kartoffelchips und heftigen Preiserhöhungen. Die düsteren Prognosen trüben die Gemüter und dürften manch einem auf den Magen schlagen.

Mit der (Rück-)Versicherung verhält es sich nicht anders. In unserer Branche ist die Underwriting-Kapazität auf einem globalen Markt der wichtigste Rohstoff. Ändern sich die Kosten für die Bereitstellung dieser Kapazität, können Kunden auf der ganzen Welt davon ausgehen, dass sich dies auch auf sie auswirkt – unabhängig davon, ob sie von Ereignissen wie den drei Hurrikanen der Kategorie 4-5, die in kurzer Folge über die Karibik und die USA hinweg fegten, oder den dramatischen Erdbeben in Mexiko unmittelbar betroffen waren oder nicht. Ganz zu schweigen von den zahlreichen anderen Ereignissen auf der Welt, etwa den Taifunen, Tornados, Buschfeuern oder Hagelkatastrophen.

Unsere Katastrophenmodelle antizipieren extreme Ereignisse, auch wenn die Variabilität der Annahmen im Hinblick auf ein konkretes Ereignis erheblich sein kann. Was die jüngsten Hurrikane und Erdbeben betrifft, so hat unser eigener Schutz, Rückversicherung und Cat-Bonds eingeschlossen, unsere Erwartungen erfüllt. Wir haben heute eine starke Position, den Risikoanforderungen unserer Kunden gerecht zu werden.

Gleichwohl sind die Hurrikane Harvey, Irma und Maria (HIM), das Erdbeben in Mexiko, der Zyklon Debbie in Australien, der Taifun Hato in Südostasien und der Hurrikan Ophelia in Irland nicht spurlos an der Branche vorbeigegangen. Ganz abgesehen von den anderen Katastrophen und großen Schadenereignissen im Jahr 2017. Obwohl die Schadenberechnungen noch nicht abgeschlossen sind, belaufen sich die Schätzungen der versicherten Schäden, etwa durch HIM, auf 75-100 Milliarden USD.


Wagen wir eine Rechnung

Die versicherten Schäden, die wir und andere (Rück-)Versicherer auszahlen und auszahlen werden, sind lediglich ein Teil des Ganzen. Der breitere Kontext umfasst:

Einen Markt, der – insbesondere im Short-Tail-Bereich – seit einigen Jahren unterbewertet ist. Die Margen sind heute gering.

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Die Rückversicherungskosten werden zunehmend durch alternatives Kapital getrieben. Diese Investoren werden den Markt nach den Schadenereignissen stützen, aber auch höhere Renditen fordern.

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Nach diesen Ereignissen werden die Aktionäre von den (Rück-)Versicherern mit katastrophenexponiertem Geschäft nur noch höhere Renditen erwarten.

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Erneuerungsgespräche mit Maklern und Kunden dürften im Vergleich zum vergangenen Jahr eine andere Dynamik haben.

Viele Anbieter von Retrozessionsdeckungen – der Rückversicherung von Rückversicherung – werden für Verluste zahlen, die infolge der jüngsten Katastrophen entstanden sind. Und da diese Verluste ihr Kapital verschlingen und das Angebot knapper wird, werden die Prämien für solche Deckungen wohl steigen. Diese Prämienerhöhungen wirken sich wiederum auf das Kapital von Rückversicherern aus. Und so weiter. Daher wird wohl auch ein Versicherungskäufer, der nicht direkt von den jüngsten Katastrophen getroffen wurde, die Folgen dieser Kapitalverknappung weiter oben in der Kette spüren.

Aus unserer Sicht stehen Veränderungen auf dem Markt außer Frage. Um unseren CEO Mike McGavick aus der letzten Ergebnisbekanntgabe zu zitieren: Wir sind überzeugt, dass wir bessere Prämienraten sehen werden. Die Situation ist nach den Katastrophen dieses Jahres schlicht eine andere. Es verursacht höhere Kosten, Risiken zu tragen. Daher ist es völlig vernünftig, mit realistischeren und zukunftsfähigeren Beiträgen zu rechnen. Allerdings liegt es uns fern, einen Universalansatz für unsere Diskussionen zu verfolgen. Bei den Erneuerungsgesprächen müssen jegliche Anpassungen dem spezifischen Unternehmens- und Risikoprofil angemessen sein und die Geschäftsbeziehung mit dem jeweiligen Kunden berücksichtigt werden. Wir sind jedoch sicher, dass ein grundsätzlicher Wandel unumgänglich ist und sich langfristig positiv auswirken wird.


Wie geht es weiter?

Die dargestellten Überlegungen sollen keineswegs nahelegen, dass es bei den Erneuerungsgesprächen ausschließlich um Prämien geht. Unsere Teams in den Bereichen Underwriting, Schadenmanagement, Pricing und Analytics verfügen über fundiertes Know-how und unser Ziel bleibt es, kosteneffiziente Lösungen für das Management und die Minimierung von Risiken zu entwickeln. Gleichzeitig müssen wir die Erträge erwirtschaften, die unsere Aktionäre und wir benötigen, um einen zukunftsfähigen Versicherungsmarkt in einer Welt zu erhalten, in der ungewöhnliche und extreme Wetterereignisse immer wahrscheinlicher werden.

Auf diesem bewegten Markt bedeutet dies, dass unsere Experten eng mit Kunden und Maklern zusammenarbeiten, um kostenwirksame Versicherungsprogramme für die jeweiligen Bedürfnisse zu entwerfen. Dies schließt kreative Ansätze für Selbstbehalte, Sub-Limite und Ausschlüsse ein, um sicherzustellen, dass unsere Policen die Risiken angemessen absichern.

Abschließend möchte ich betonen, dass sich XL Catlin auch angesichts dieser herausfordernden Ereignisse mit größtem Engagement für seine Kunden einsetzt. Wir haben bereits Hunderte Millionen an Schadenzahlungen geleistet, um von HIM betroffenen Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen. Und wir bleiben nach wie vor in einer starken Position, um für die Risikoanforderungen unserer Kunden auf der ganzen Welt passende Lösungen zu bieten.

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