Fast Fast Forward

Emerging Risks Report: Q3 2017

XL Catlins Emerging Risks Task Force beobachtet aktiv eine breite Palette an neuartigen Risiken, um für unsere Underwriter – und für unsere Kunden – relevante Informationen zu neuen und bestehenden Emerging Risks bereitzustellen. Der vorliegende Bericht bietet einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse und Entwicklungen rund um Emerging Risks, die in letzter Zeit stärker ins Rampenlicht gerückt sind.


Opioide in Nordamerika – ein gefährlicher Trend

In den USA und Kanada sorgt der Missbrauch von Opioiden für zunehmende Besorgnis und Aufmerksamkeit. Die Behörden schlagen Alarm: Der Missbrauch von Opioiden – einschließlich Überdosen und Todesfällen – hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen.

Bei Opioiden handelt es sich um eine Gruppe suchterzeugender Arzneimittel, die mit den Opioidrezeptoren an Nervenzellen von Körper und Hirn interagieren. Zu ihnen gehören verschreibungspflichtige Schmerzmittel, wie zum Beispiel Oxycodon, Hydrocodon, Kodein und Morphin. Auch die illegalen Drogen Heroin und Fentanyl zählen zu den Opioiden. Bemühungen zur Eindämmung des illegalen Konsums verschreibungspflichtiger Medikamente haben unbeabsichtigt die Nachfrage nach diesen illegalen Drogen erhöht.

In den vergangenen Monaten haben einige Bundesstaaten und Gemeinden in den USA Klage gegen Pharmakonzerne, Lieferanten, Vertriebshändler und Ärzte mit dem Vorwurf eingereicht, zur sich immer weiter zuspitzenden Opioid-Krise beizutragen.

Mit den meisten Klagen soll ein finanzieller Ausgleich für die im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Opioiden entstandenen sozialen und wirtschaftlichen Kosten erwirkt werden. Zu diesen gehören Produktivitätsverlust, Gesundheits- und Rehabilitationskosten sowie Gerichts- und Strafverfolgungskosten

Diese Klagen könnten einen Richtungswechsel in der Rechtspraxis einleiten, indem Schadensersatzansprüche (im vorliegenden Fall) nicht nur von Einzelpersonen im Zusammenhang mit Körperverletzung sondern auch von den kommunalen und bundesstaatlichen Behörden aufgrund einer Schädigung des öffentlichen Interesses (Störung der öffentlichen Ordnung) eingeklagt werden können. Es wird mit Spannung erwartet, wie die Gerichte in diesen Fällen entscheiden werden.

Auch für die US-Notenbank sind Opioide zu einem Sorgenthema geworden. Sie sieht deren Missbrauch als eine der wesentlichen Ursachen für den Rückgang der Erwerbsquote des Landes – mit erheblichen Folgen für die Wirtschaft.

Der Ausgang aktueller und künftiger Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Opioiden könnte Auswirkungen auf Haftpflichtsparten in den Bereichen Produkthaftung, medizinische Behandlungsfehler (Ansprüche gegenüber Ärzten aufgrund nicht-fachgemäßer Verschreibung von Opioiden) und Arbeiterunfallversicherung (erhöhte Schadenkosten) haben.

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Medizinisches Marihuana in der Gesetzgebung der USA

Wenngleich in den vergangenen Jahren zahlreiche US-Bundesstaaten die Verwendung von Marihuana zu medizinischen Zwecken und zur Entspannung legalisiert haben, bleibt Marihuana weiterhin als „Droge der Klasse A“ klassifiziert und daher nach US-Bundesrecht illegal.

Zusätzlich zu den neuen Herausforderungen, die sich aus einem Anstieg der Autounfälle in Bundesstaaten ergeben, die den Konsum von Marihuana zur Entspannung erlaubt haben, sehen sich US-Unternehmen und ihre Versicherer auch mit Fragen im Zusammenhang mit den Richtlinien zum Medikamentengebrauch im Unternehmen und deren rechtlichen Auswirkungen konfrontiert.

Die gesetzlichen Vorschriften betreffend den Konsum von Marihuana am Arbeitsplatz auf Bundesebene und in den einzelnen Staaten stehen weiterhin in starkem Gegensatz zueinander. So kann es vorkommen, dass der Konsum von Marihuana nach Gesetzen des Bundesstaats zwar legal ist, gemäß Unternehmensrichtlinien und Bundesgesetzen über einen drogenfreien Arbeitsplatz jedoch nicht.

Für Versicherer sorgt im Zusammenhang mit dem privaten bzw. medizinischen Konsum von Marihuana vor allem der Anstieg der Ansprüche aufgrund von Autounfällen, Klagen wegen Diskriminierung von Arbeitnehmern sowie Arbeitnehmerentschädigung für Bedenken.

Anzumerken ist, dass in den vergangenen Jahren einige Gerichte bereits zugunsten von Mitarbeitenden entschieden haben, wenn der Marihuana-Konsum nach einzelstaatlichem Recht medizinisch notwendig war. Die zukünftige Entwicklung bleibt angesichts des geltenden Bundesrechts ungewiss.


Blockchain sorgt für Änderungen in der Versicherungslandschaft

Die Abläufe im Versicherungswesen sind noch immer recht langwierig und arbeitsintensiv, unter anderem wegen des umfangreichen Informationsaustauschs zwischen einer Vielzahl von Parteien, deren Zusammenarbeit nicht immer effizient verläuft. Die Blockchain-Technologie gilt als eines von verschiedenen möglichen Verfahren, die dazu beitragen können, die Effizienz in zunehmend datengestützten, vernetzten und regulierten Märkten zu steigern.

Bei einer Blockchain handelt es sich definitionsgemäß um einen dezentralen „Ledger“, d.h. eine Art Buchführungssystem in einer verteilten Datenbank, der berechtigten Nutzern Zugriff auf nachprüfbare Informationen zu geschäftlichen Transaktionen sowie deren Historie aus einer einzigen Quelle gewährt.

Das Konzept der Blockchain in der Versicherungsbranche mausert sich rasch von der Idee zu einer brauchbaren Anwendung. XL Catlin leistet dabei Pionierarbeit mit der Beteiligung an zwei Initiativen:

  • B3i ist ein Zusammenschluss von über 15 Versicherungsunternehmen, die gemeinsam an der Entwicklung eines Ledgers für optimierte Rückversicherungstransaktionen arbeiten. Der Blockchain-Prozess soll Ineffizienzen im marktübergreifenden Informationsaustausch bei Rückversicherungsgeschäften beseitigen. Das Konzept fußt auf einem „Smart Contract System“ mit einem verteilten Ledger, das marktübergreifend die Vereinbarungs- und Abwicklungsprozesse sowohl für Kunden als auch für Versicherer vereinfacht.
  • Zudem ist XL Catlin an der Entwicklung der weltweit ersten Blockchain-Plattform für Marine Versicherer beteiligt, die Anfang 2018 implementiert wird. Das Projekt verbindet Kunden, Makler, Versicherer und Dritte in gemeinsamen Ledgern, welche Informationen zu jedem Risiko im Versicherungsvertrag erfassen. Alle Beteiligten profitieren von einem besseren Überblick über neue Informationen, Änderungen, Transaktionsdetails, Zahlungen, aktuelle Meldungen und Schadendaten.

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