Fast Fast Forward

Wettbewerbsfähiger dank Captives

Der Wert von Versicherungs-Captives

Experten von XL Group über den Wert von Versicherungs-Captives

Am 11. und 12. November treffen sich Captive-Experten aus aller Welt auf dem European Captive Forum in Luxemburg. Da XL Group sich bereits lange mit Captives beschäftigt, wurde einer unseren Experten, Reiner Hoffmann, leitender Berater für Complex Accounts, gebeten, ein Fallbeispiel zu präsentieren. Er wird dabei beleuchten, wie Unternehmen sich mit Captives einen Wettbewerbsvorteil schaffen können. Voraussetzung hierfür ist, dass Captives zum Bestandteil der Geschäftsstrategie werden und man sie entsprechend strategisch einsetzt. Ausserdem wird der Leiter für internationale Captives bei XL Group, Matthew Latham, in der Sonderbeilage zum Thema Globale Programme in der Fachzeitschrift Captive Review über Strukturen von Captives schreiben und darüber, welche Rolle Solvency II für Captives spielt.

Captives – die Idee dahinter
Über 5.000 Unternehmen weltweit unterhalten eigene Versicherungs-Captives, um die Risiken der Muttergesellschaft und ihrer Tochterunternehmen zu versichern.

Für große Unternehmen ist es wirtschaftlich oft nicht sinnvoll, alle Risiken über den Versicherungsmarkt abzusichern. Die Versicherung vorhersehbarer Frequenzschäden verursachen oftmals nicht mehr als Transferzahlungen zwischen Versicherer und Versichertem. Ausserdem sollten die Risiken der Tochtergesellschaften nicht ungeschützt in der eigenen Bilanz belassen werden. Sinnvoller ist es, eine eigene rechtliche Einheit zu schaffen, in der diese Frequenzrisiken gebündelt werden – eine Versicherungs-Captive oder Eigenversicherung. Eine Captive, die verschiedenste Risikoarten geographisch ausgewogen mischt, stärkt die Risikofähigkeit eines Unternehmens und schützt vor Volatilitäten auf dem Versicherungsmarkt.

Interessant ist eine Captive-Lösung auch für ungewöhnliche und neu entstehende Risiken, die auf den traditionellen Märkten nicht oder nur sehr teuer transferiert werden können. Es können sehr unterschiedliche Risikoarten über Captives abgedeckt werden: von der gewöhnlichen Sach- und Haftpflichtversicherung über Vorsorgeleistungen für Mitarbeiter, Umwelt- und Cyberrisiken sowie nicht-versicherungstechnische Risiken, wie zum Beispiel operative Risiken oder Beschaffungsrisiken.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Captives stellt sich die Frage, wie deren Gründung und Unterhalt wirtschaftlich zu bewerten ist. Wodurch schaffen unternehmenseigene Versicherer langfristig einen Wert für Industrieunternehmen? Prämiengewinne bedeuten weniger Liquidität für die Muttergesellschaft. Ein möglichst hohes Jahresergebnis kann auch nicht das strategische Ziel sein, weil die Prämieneinnahmen einer Captive ja hauptsächlich durch die Konzerngesellschaften gespeist werden.

Schnelles und präzises Fronting
Viele Captives gehören zu multinationalen Unternehmen, und oft erreicht man auch erst auf globaler Ebene die nötige kritische Masse, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Da es aufwändig oder praktisch unmöglich ist, sich für alle Länder und verschiedene Rechtsräume die für den Betrieb einer Erstversicherung erforderlichen Lizenzen zu besorgen, arbeiten viele Captives mit Fronting-Partnern. Diese stellen lokale Policen aus und rückversichern dann Teile oder das gesamte Risiko an die Captive.  Hier stellen sich in der Praxis Probleme ein. Die zugrundeliegenden Prozesse sind oft ineffizient; das Ausstellen der Policen sowie der Transfer von Prämien und Schadenzahlungen dauern häufig sehr lange und sind teilweise auch nur schwer zurückzuverfolgen.

Worauf sollte eine Captive also bei der Auswahl des Fronting-Partners achten? Eine einheitliche, globale IT-Plattform stellt eines der zentralen Kriterien bei der Auswahl des Fronting-Versicherers dar. Hierdurch werden administrative Prozesse nicht nur enorm beschleunigt sondern die Captive behält kontinuierlich einen umfassenden, weltweiten Überblick und die Möglichkeit zu Statusabfragen in Echtzeit. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Fronting-Partner mittels einheitlicher Plattform in der Lage ist, den Schadenregulierungsprozess schnell und verlässlich durchzuführen.

Die Effizienz der administrativen Prozesse zu optimieren, ist vielleicht nicht die spannendste Aufgabe, doch eine der wichtigsten. Oft liegt es am Fronting-Partner, ob die Margen der Captive stimmen und ob eine Captive einen werthaltigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet oder nicht.

Effizienz und Zuverlässigkeit der Frontingpartner sind also entscheidende Erfolgsfaktoren für eine Captive. Aber welchen strategischen Nutzen hat eine Captive für den Eigentümer?

Diversifizierung, Stabilität, Flexibilität
Ein wichtiges wirtschaftliches Motiv für die Gründung einer Captive ist es, für deren Eigentümer ein diversifiziertes Risikoportfolio aufzubauen. Unternehmen sollten sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen stellen. Erstens: Hat die Captive die nötige kritische Masse, um nachhaltig arbeiten zu können? Vielen Captives fehlt es an ausreichendem Geschäftspotential. Zweitens: Ist das Risiko breit genug gestreut, so dass ein ausgewogenes Portfolio entsteht? Eine Captive sollte unterschiedliche Risiken abdecken und miteinander mischen – volatile Risikobereiche mit Frequenzrisiken, Risiken mit kurzfristiger Abwicklungsdauer mit sogenannten Longtail-Risiken.

Ein ausgewogenes Portfolio bietet einer Captive sowohl Stabilität als auch Flexibilität. Große Versicherer können dank Skaleneffekten niedrige Prämien für Standardprodukte bieten, besonders in weichen Märkten. Doch wenn bei einzelnen Kunden in einer Sparte hohe Schäden zu begleichen sind, werden im Folgejahr die Prämien üblicherweise angepasst, auch wenn andere Versicherungssparten positiv verlaufen sind. Captives unterliegen üblicherweise keiner Spartenorganisation: Dort laufen alle Prämien in einer Bilanz zusammen, um Schäden egal welcher Art zu begleichen. Wenn in einem Jahr hohe Sachschäden anfallen, können andere Versicherungssparten die Verluste oft ausgleichen. So kann das Gesamtprämienniveau, unabhängig von den Schwankungen des Marktes, langfristig stabil gehalten werden.

Captives bieten zudem höhere Kontinuität, indem sie ihren Konzernunternehmen verlässlich Deckungen zu risikotechnisch adäquaten Kosten bereitstellen. Zusätzliche Flexibilität entsteht dadurch, dass sich Risiken absichern lassen, die herkömmliche Versicherer oft nicht abdecken, wie beispielsweise  die vertragliche Haftung. Das Überschreiten von Projektkosten oder Unterbrechungsschäden, die nicht durch Sachschäden verursacht wurden. Nehmen wir zum Beispiel einen Hersteller von Druckereierzeugnissen, der nach der Installation einer neuer Druckmaschine feststellt, dass der Boden nicht für das Gewicht der Maschine ausgelegt ist. Er muss daraufhin zwei Monate mit der Inbetriebnahme der Druckmaschine warten und verliert in der Zeit wichtige Aufträge. Wer kommt für die Schäden auf? Vermutlich keine herkömmliche Versicherung, aber eine Captive könnte einen solchen Schutz bieten.

Der entscheidende Wert einer Captive-Versicherung
Konzerneigene Captives erzeugen den größten Wert, wenn sie als Teil der Geschäftsstrategie genutzt werden. Nehmen wir als Beispiel den Hersteller einer Druckmaschine. Seine qualitativ hochwertigen Maschinen konkurrieren international auch mit Billigprodukten. Warum sollte ein Unternehmen, das seinerseits einem hohen Wettbewerbsdruck unterliegt, eine Maschine für 1 Million Euro kaufen, wenn es bereits Maschinen mit ähnlicher Funktionalität für 350.000 Euro gibt? Als Alternative zu einem Preis- und Qualitätssenkung könnte der Qualitäts-Hersteller auch eine außergewöhnliche Garantie anbieten, die für Kosten bis 10 Millionen durch Schäden aller Art und Geschäftsunterbrechungen aufkommt. Diese Art von „Vollgarantie“ kann nur durch eine firmeneigene Captive garantiert werden; sie verschafft dem Hersteller der hochwertigen Maschine einen Vorteil gegenüber den billigeren Wettbewerbern.

Oder nehmen wir ein Unternehmen, das einen Teil seines Geschäfts verkaufen will. Der Käufer möchte auf den Kaufpreis von 10 Millionen Euro einen Nachlass von 2 Millionen Euro, weil 20% des Geschäfts in den nächsten zwei Jahren wegbrechen könnte. Statt für 80% des ursprünglichen Preises zu verkaufen, könnte der Verkäufer eine Garantie in Höhe von 2 Millionen anbieten, bereitgestellt über seine Captive.

Der entscheidende Wettbewerbsvorteil
Captives sind Teil der DNA von XL Group. Seitdem haben wir unseren Kunden geholfen, Captives effizient zu nutzen, zu optimieren und zu modifizieren, so dass nachhaltig Werte geschaffen werden. Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Captives so einzusetzen, dass sie ihnen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Copyright 1996-2017  XL Group Ltd All Rights Reserved

XL benutzt zwei Arten von Cookies

  1. um die Seite zu betreiben und Ihre Präferenzen festzulegen; und
  2. für Analytics, um die Seite zu präzisieren und benutzerfreudlicher zu gestalten

Die Cookies sammeln keine persönlichen Informationen. Für mehr Informationen zum Einsatz von Cookies, bitte hier klicken. EU-Datenschutzgesetze verlangen Ihre Zustimmung zu unserer Verwendung von Cookies

Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf Ihrem Endgerät zu. Für den Fall, dass Sie in Zukunft andere Cookie-Einstellungen bevorzugen, wird Ihnen beim nächsten Besuch dieser Hinweis erneut gegeben.